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Über einige heutige Gegner der Werraversalzung

Direkt an der Werra, beim Kraftwerk Steinmühle, welches geographisch zu Herleshausen gehört, aber an das Stromnetz in Thüringen angebunden war, bin ich von 1955 bis 1971 aufgewachsen. In der Flussmitte verlief die innerdeutsche Grenze. Ich kann mich noch gut darin erinnern, wie vor 1960 in der Werra gebadet und in der fischreichen Werra erfolgreich geangelt wurde, während die Grenze immer dichter wurde.
Dann ging wegen stark zunehmender Salzeinleitung der Kaliwerke, besonders in der DDR, der Fischbestand dramatisch zurück. Baden in der Werra wurde deshalb, aus hygienischen Gründen wegen nicht vorhandener Klärwerke in Thüringen und dem Grenzverlauf in der Flussmitte verboten. Wegen der Grenze war auch Boot fahren verboten. Ich habe mich immer gefragt, warum muss das alles so sein?
Nun, bis auf die Salzeinleitung und eine gewisse Fisch- und Pflanzenarmut in der Werra ist das geschilderte Geschichte. Bis zur Grenzöffnung 1989 war daran auch nur schwer etwas zu ändern. Fast 15 Jahre dauerte es dann noch, dass gegen diesen Zustand, ausgelöst durch den geplanten Bau einer Salzlaugenpipeline von Neuhof in die Werra, endlich etwas unternommen wird.
In diesen 15 Jahren wurde der Öffentlichkeit mit Meldungen über die Gesundung der Werra Sand in die Augen gestreut, Menschen wie ich, die auf die schwer kranke Werra hinwiesen wurden von Politikern und Behörden nur belächelt und dass Regierungspräsidium schraubte sogar Grenzwerte nach oben.
Heute frage ich mich, wie können sich Personen im Landtagswahlkampf damit brüsten etwas gegen die Werraversalzung zu tun, obwohl sie dieses Thema in den genannten 15 Jahren nicht aufgegriffen haben, sich nicht dafür eingesetzt haben, dass das Regierungspräsidium Grenzwerte senkt statt sie zu erhöhen? Das erinnert mich an die Geschichte vom Wettrennen zwischen Hase und Igel, wo der schnelle Hase von dem langsamen aber schlitzohrigen Igel ausgetrickst wurde.

Wolfhard Austen