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Sanierung der Eschweger Stadthalle – Hätte man nur auf die FWG gehört

Euphorie oder Panik sind immer problematische Gemütszustände bei der Entscheidung über Zukunftsfragen.

Man könnte meinen, dass man versucht, unsere Kreisstadt Eschwege mit Schilda zu vergleichen. Dort hatte man beim Bau eines neuen Rathauses die Fenster vergessen. Fortan versuchte man mit Eimern das Sonnenlicht einzufangen und ins Innere zu tragen.

Wenn man die Chronologie um die zunächst geplante „Sanierung“ der Eschweger Stadthalle, die dann aus Förderrichtlinien „Umgestaltung“ bzw. „Neuausrichtung“ heißen musste betrachtet, muss man nicht viel Hang zum Spot haben, um zu einem ähnlichen Ergebnis zu kommen.

Da gab es einen geradezu „bauwütigen“ Bürgermeister Zick, der seinerzeit den Stadtverordneten eine zu überarbeitende und zeitgemäße Stadthalle versprach, die den heutigen Anforderungen entsprechen und mit weniger jährlicher städtischer Zuwendungen auskommen sollte. Dabei vergaß er, dass gar kein Geld dafür vorhanden war. Offenbar egal, denn es bestanden plötzlich diverse Vertragskonstellationen, aus denen die Stadtverwaltung nicht mehr heraus kam und der in 2009 scheidende Bürgermeister Zick mit zu verantworten hat.
Und schon ist Eschwege nicht weit weg von Schilda. Die Devise hieß:
Erst bauen, dann denken.

Und zwar mit sage und schreibe 3 Architektenbüros.

Schon wieder wird ein Sprichwort wahr, dass viele Köche den Brei verderben.
Die jetzige Verwaltungsführung konnte die Stadtverordneten bis vor zwei Wochen davon unterrichten, dass die Kosten innerhalb der beschlossenen Deckelung von 5.5 Mio. Euro liegen würden. Sprichwörtlich die Schockstarre setzte bei uns ein, als der Bürgermeister uns von seiner selbst erst jüngst von den Architekten erhaltene Nachricht der Kostensteigerung informierte.

Dass aber der SPD Fraktionsfrontmann und gleichzeitig Bau- Ausschussvorsitzende Feiertag mit seinem Koalitionär der Grünen jetzt plötzlich die Frage danach stellen, „warum der erhöhte Sanierungsbedarf nicht schon in den beiden Gutachten aufgefallen und nicht gleich in die Kostenaufstellung der Architekten eingeflossen sei“ empört die Freien Wähler.

Das war immer schon unser Ansatz darauf hinzuweisen, dass bei einem Umbau einer über 40 Jahre alten Stadthalle unvorhergesehene Missstände entdeckt werden würden, die uns später teuer zu stehen kommen werden. Für diese Eventualitäten sind keine Mittel in den vergangenen Haushalten veranschlagt worden. Der Haushalt fand die Zustimmung der SPD und Grünen.

Die Freie Wähler Gemeinschaft verweist auf die Tatsache, dass bis heute noch immer, weder ein Betreiber schon gar nicht ein Pächter der Liegenschaft Stadthalle konkret benannt werden kann.
Daraus resultiert auch, dass die FWG sich vehement und mit Erfolg gegen einen Ausbau des angeschlossenen Restaurant ausgesprochen hat, solange auch hierfür kein Konzept, Betreiber bzw. Pächter gefunden ist.
Gleiches gilt für die Bestuhlung bzw. Hoteletagenausbau.
Es ist nicht neu, dass hierfür kein Betrag im Haushalt der Kreisstadt Eschwege vorgemerkt ist und bei Bedarf als Nachtragshaushalt hätte eingebracht werden müssen.

Alles in allem merken die Freien Wähler an, dass wäre es nach ihren Recherchen gegangen, eine komplett neue schöne Multifunktionshalle bereits seit einem halben Jahr fertig und den Bürgern zur Nutzung zur Verfügung stehen könnte. Die Fixkosten für die neue, nutzbare, voll ausgestatteten Halle lag bei einem Referenzobjekt in der Stadt Hemer bei 5,8 Mio Euro.

Andreas Hölzel
Vorsitzender FWG-Fraktion