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Märchen um A 44 beenden

Die A 44 ist ein Paradebeispiel für die Unfähigkeit der Politik Mängel zu erkennen und diese zu beseitigen. Statt die Planungssystematik so zu verändern, dass Autobahnbau nicht 20 Jahre oder länger dauert werden Märchen verbreitet.

Quelle des nachfolgenden Artikels:
http://markt-spiegel-online.de/2012/01/06/roth-a-44-wird-auch-nach-2015-weiter-gebaut/

„Roth: A 44 wird auch nach 2015 weiter gebaut!

Berlin/Werra-Meißner. Trotz erneuter Verzögerung wird der Bund den Bau der A 44 fortführen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Michael Roth hervor. Demnach wird die Finanzierungszusage des Bundes auch über das Jahr 2015 hinaus Bestand haben, teilte das Bundesverkehrsministerium nun mit.

Nach der im Dezember angekündigten Klage des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Abschnitt 40.1 Waldkappel bis Hoheneiche waren Stimmen laut geworden, die ein endgültiges Ende des Weiterbaus befürchteten, sollte die Autobahn bis 2015 nicht fertig gestellt werden können. Hintergrund ist die Neuaufstellung des so genannten Bundesverkehrswegeplans, eines Planungsinstruments der Bundesregierung. Der aktuell gültige Plan endet 2015. In der Antwort der Bundesregierung wird nun klar festgestellt, dass “die Fertigstellung des Projekts mit der vorrangigen Finanzierung als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit” auch mit der Neuaufstellung des Bundesverkehrswegeplans fortgeführt wird.

Roth appellierte erneut an alle Beteiligten, den Bau des letzten Verkehrsprojekts Deutsche Einheit nicht weiter zu blockieren. “Wir brauchen die Autobahn so schnell wie möglich. Das liegt im Interesse der von Lärm und Gestank geplagten Anwohner an den vielbefahrenen Durchgangsstraßen und ist für die wirtschaftliche Fortentwicklung unserer Region von entscheidender Bedeutung.” Angesichts des Rückzugs des Bundes bei der Finanzierung wichtiger Verkehrsprojekte in Nordhessen, sollten zumindest beim einzigen finanziell gesicherten Verkehrsprojekt im Werra-Meißner-Kreis alle an einem Strang ziehen, so Roth abschließend.“

Kommentar der FWG:

1992, also vor 20 Jahren, wurde der A 44 Lückenschluss als Projekt Deutsche Einheit in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen.
Die damalige Rot/Grüne-Landesregierung gab erst nach über 2 Jahren ihren Widerstand gegen den Autobahnbau auf.
In einem Kompromiss zwischen Bundesverkehrsminister Krause und Ministerpräsident Eichel wurde im Dezember 1994 festgelegt

  • dass eine ortsnahe Regionalautobahn,
  • die nicht am ehemaligen Kasseler Kreuz angeschlossen werden soll,
  • eine regelrechte Spitzkehre bei Reichensachsen enthält,
  • viele Umwegkilometer beinhaltet und
  • wegen vieler Brücken wo keine Täler sind und
  • Tunnel wo keine Berge sind (siehe das fertige Teilstück bei Walburg)
  • überdurchschnittlich teuer ist,

gebaut werden soll.
Eine durch politische Willkür vermurkste Planung!
Mittlerweile

  • ist die A 38 fertiggestellt, die einen großen Teil des nördlichen Ost/West-Fernverkehrs aufnimmt, der bei der Verkehrsmengenschätzung für die A 44 mitgerechnet wurde,
  • die Einwohnerzahl entlang des Verlaufs der A 44 rückläufig und
  • die öffentlichen Kassen sind nicht nur leergefegt, sondern auch über beide Ohren überschuldet.

In Wehretal sollte die B 27 wegen der A 44 vierspurig ausgebaut werden und Reichensachsen eine Ortsumgehung bekommen. Ob und wann diese Vorhaben gebaut werden, ist völlig offen.
Und jetzt wird so getan, als ob nur der BUND den Autobahnbau unnötig verzögert. Aber damit nicht genug, es wird behauptet, mit der A 44 2015 fertig sein zu können, wenn es den BUND nicht gäbe.
Statt solche Märchen zu verbreiten (ab genehmigter Planfeststellung werden aus Erfahrung durchschnittlich mindestens 5 Jahre bis zur Freigabe benötigt) sollten die Verantwortlichen in Wiesbaden und Berlin endlich mal die Scheuklappen abnehmen und die Planung den veränderten Bedingungen anpassen und die Entlastung der Menschen an den Ortsdurchfahrten damit beschleunigen.