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Ist SuedLink wirklich alternativlos?

Jürgen Binning referiert

Dipl.-Ing. Jürgen Binning aus Hessisch Lichtenau referierte am 15.08.2019 in Wehretal-Vierbach über das Thema SuedLink, die Notwendigkeit für die Energiewende, Alternativen zum SuedLink und Konsequenzen für den Werra-Meißner-Kreis nach dem Erörterungstermin vom 13. bis 15. August in Rotenburg/Fulda.

Mit knapp 90 Prozent sei die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung noch immer sehr groß. Stromautobahnen vor der eigenen Haustür werden aber von über 80 Prozent abgelehnt, und das mit Recht – es gibt bessere Alternativen.

Der SuedLink sei das Rückgrat der Energiewende, ohne den Bau der neuen Stromtrassen können die Klimaziele 2030 und 2050 nicht erreicht werden, so die Argumentation des Bundeswirtschaftsministers. Auch die Mainstream-Medien plappern das unkritisch nach und die meisten Menschen glauben, die Stromautobahnen seien alternativlos. Die Wirtschaftsverbände laufen dagegen Sturm, sie sprechen von Planwirtschaft. Es fehle eine schlüssige Gesamtstrategie, die Versorgungssicherheit könne nicht garantiert werden und steigende Strompreise gefährden den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Das kann man besser, intelligenter und günstiger machen, stellte Binning fest und stellte vier Alternativen zum Suedlink vor. Allein durch die Abschaffung der 10-H-Regelung für Windenergie in Bayern und die Erweiterung der Energieflächen für Windkraft auf 0,7 Prozent der Landesfläche, könne der Strom aus Atom und Kohle ersetzt werden. „Wenn Söder keine Windkraftanlagen will, soll er die neuen Leitungen selber bezahlen“, sagte Binning.
Der Kohleausstieg wäre, durch Umstellung von Kohle auf Gas, schon deutlich vor 2030 möglich. Binning regte an, die Zeit zu nutzen und den Vorschlag von Landrat Reuß nach einem Moratorium aufzunehmen. Das biete die Chance, die Gesamtstrategie der Energiewende neu zu überdenken.

Nach dem Erörterungstermin in Rotenburg wurde deutlich, dass die West-Variante durch den Werra-Meißner-Kreis bevorzugt wird. Die Vergleichsmethodik und Bewertungen seien absurd und nicht nachvollziehbar. Der 60 Kilometer lange Korridor durch den Werra-Meißner-Kreis ist eine Schneise der Verwüstung. Massive Eingriffe in die Natur, Umwelt und das Landschaftsbild seien damit verbunden. Negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, Tier- und Pflanzenwelt können nicht ausgeschlossen werden. Der Grenzwert für magnetische Strahlung von 500 µT werde zwar unterschritten, sei aber nach Überzeugung des Referenten zu hoch. In der Schweiz gelte ein Grenzwert von 100 µT, und der wird im Bereich der Kabel deutlich überschritten. Binning forderte einen Mindestabstand von 100 Metern zu Grundstücken und Gebäuden.

Bad-Sooden-Allendorf sei von der Stromtrasse besonders hart betroffen: die Solequellen würden gefährdet, Grundstücke entwertet und die Gartenanlage „Alten Hain“ in ihrer Erholungsfunktion beeinträchtigt. In Netra müsste die Trasse bis zu 20 Meter an Grundstücke herangeführt werden. Damit sei eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht mehr ausgeschlossen.

Im Publikum war man sich einig:
Der Suedlink durch den Werra-Meißner-Kreis muss verhindert werden. Dazu gibt es im Prinzip nur zwei Möglichkeiten:
Den politischen Druck erhöhen und Klagen.
Zum Schluss appellierte Binning an alle:
Wir müssen den öffentlichen Druck auf allen Ebenen über Presse und Medien verstärken, um dieses ökologisch, wirtschaftlich unsinnige und lobbygesteuerte Projekt zu verhindern.