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Der Dieselbetrug und die Mobilität der Zukunft

Politik und Autoindustrie haben jämmerlich versagt

Der Vortrag von Dipl. Ing. Jürgen Binning führte zu einer regen Diskussion

Das Auto ist mit einem Verkehrsanteil von über 60 Prozent und einer durchschnittlichen Verkehrsleistung von 30 Kilometer pro Tag das dominante Fortbewegungsmittel im ländlichen Raum, sagte Dipl. Ing. Jürgen Binning vom Ingenieurbüro für Energie- und Umweltmanagement aus Hessisch-Lichtenau. Dabei stünden deutsche Autofahrer jährlich 51 Stunden im Stau, obwohl 50 Prozent aller Wege unter 5 km betragen würden.

Jürgen Binning erhob schwere Vorwürfe gegen die Politik und Automobilindustrie. „Eine unheimliche Allianz aus Autobauern und Verkehrsministerium habe den Dieselbetrug erst ermöglicht“. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat für Frankfurt ein großflächiges Fahrverbot ausgesprochen. Schuld daran sei die schwarz-grüne Landesregierung, sagt Binning. „Insbesondere die grüne Umweltministerin und der grüne Verkehrsminister haben ihre Hausaufgaben, überzeugende Luftreinhaltepläne zur Verbesserung der Luftqualität zu erstellen, nicht gemacht und seit 2015 zu viel Zeit verplempert. Die Richter konnten nicht anders entscheiden. Gesundheit geht vor Profit.“
Der plötzliche Aktionismus in der Hardware-Nachrüstung, so kurz vor der Hessen-Wahl, sei scheinheilig und unglaubwürdig, kritisiert Binning. „Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl haben die Grünen auf eine Dieselnachrüstung verzichtet, um Posten in der Jamaika-Koalition zu bekommen. Ministerpräsident Bouffier verpasse aktuell den Autofahrern mit seinen Forderungen eine Beruhigungspille und werde das Problem nach der Wahl – wie bisher – aussitzen“, so Binning.

Mehr als 30 Millionen Menschen seien täglich mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unterwegs. 70 Prozent der Bevölkerung würden häufiger auf das Auto verzichten, wenn der ÖPNV günstiger, pünktlicher, sauberer und sicherer wäre. Dazu müsse massiv investiert werden. Binning sagte auch: „In ländlichen Regionen wird das ÖPNV-Angebot niemals die gleiche Qualität erreichen wie in der Stadt oder Ballungszentren.“ Lücken in der Mobilitätskette könnten durch Projekte wie Anrufsammeltaxi, Bürgerbus und Mobilfalt geschlossen werden. Im Verkehrssektor werde bis 2030 ein Systemwechsel stattfinden. Das automatisierte Fahren und die zunehmende Digitalisierung könnte ältere Autofahrer im Straßenverkehr entlasten. Staus könnten vermieden und die Unfallzahlen weiter reduziert werden. Der saubere Diesel und die Elektromobilität seien unverzichtbar, um die Klimaziele 2030 zu erreichen. Diesel emittierten weniger Kohlendioxid als Benziner. Dies gelte auch für E-Autos, wenn diese mit sauberem Strom fahren.

Dr. Claus Wenzel, Kreisvorsitzender der FREIEN WÄHLER und Landtagskandidat, dankte Jürgen Binning für seine interessanten Ausführungen. FREIE WÄHLER setzen sich für eine Nachrüstung der Dieselfahrzeuge durch und auf Kosten der Hersteller ein.