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Fragenkatalog zur Kurzstellungnahme der Expertenrunde „Werratalsee“

Die Stadtverordneten der FWG-Fraktion in Eschwege haben einen Fragenkatalog zur Kurzstellungnahme der Expertenrunde „Werratalsee“ erarbeitet.

Die Kurzstellungnahme können Sie sich hier herunterladen:
Kurzstellungnahme der Expertenrunde „Werratalsee“

Nachfolgend die Fragen der FWG-Fraktion:

1. Bereits in der Einleitung der Kurzstellungnahme wird auf die Absenkung des Wasserspiegels des Werratalsees um 0,7 bis 1 Meter und auf die Eutrophierungserscheinungen sowie auf die Cyanobakterien hingewiesen. Das daraus resultierende Fazit könnte somit lauten: der abgesenkte Wasserspiegel des Sees ist das Problem der Folgeerscheinung.
Zeitgleich wurde aber die Einleitung der Kalilauge von K+S in die Werra mit permanenten Maximum gestattet und auch, unserer Information an 365 Tagen jedes Jahr vollzogen. Solch eine permanente Belastung hatte es dauerhaft, seit Existenz des Werratalsees noch nie gegeben.
Durch Infiltration mit belastetem Werrawasser in den Werratalsee haben wir die höchste Anzahl von Nährstoffen für Cyanobakterien eingeleitet.
Frage: Ist die, seit dem Jahr 2007 dauerhafte Einleitung der Kalilauge in die Werra als mögliche Ursache entsprechend berücksichtigt worden ?

2. Auf Seite 31 beschreiben Sie die, dem niedrigeren Wasserstand angepasste Ufervegetation.
Es wurde keine Aussage und Bewertung zum üppigen Uferbewuchs (Laubbäume und Sträucher) rund um den See und den zwei Inseln mit entsprechendem Abwurf von Laub in den See mit Folge von Verlandung des Sees und Verschlammung des Seegrundes getroffen.
Frage: Welchen Einfluss hat die Ufer-Vegetation auf den Zustand des Sees?

3. Der Baumbestand auf dem Damm zwischen Werra und See wird immer dichter und größer. Das zunehmende Wurzelwerk könnte im Zusammenhang mit dem kieshaltigen und porösen Untergrund den Damm für das Werrawasser noch durchlässiger machen.
Frage: Ist dies bislang Thema gewesen?

4. Fragen:
1. Über welche Wasserpflanzen (Wachstumshöhe und Dichte) verfügt der See?
2. Lassen sich die Pflanzen durch einen höheren Wasserspiegel beeinflussen?

5. In Abschnitt 2.2 „Untersuchung d. Sees in 2015“ wurde im Februar ein „hoher“ Biomassenanteil und im Juni eine „geringe“ Biomasse festgestellt.
Frage: Wie ist das zu erklären und warum ist dann im Juli noch das Mähboot zum Einsatz gekommen?

6. Die Seewasserspiegelabsenkung um 1 Meter ist als bedeutender Faktor zur Verschlechterung des Wasserzustandes benannt. Das Regierungspräsidium Kassel ließ durch Ihren Vertreter im März 2014 erklären, dass es zu einer ursprünglichen Seewasserstanderhöhung keine Genehmigung seitens des RP geben wird.
Frage: Würde bereits eine Wasserspiegelanhebung des Sees um 40 bis 50 cm Vorteile zur Wasserqualität bringen?

7. Auf Seite 25 beschreiben Sie die direkte Auswirkung der Wasserstandhöhe der Werra auf den See und somit die indirekte Verbindung. Auf Seite 27 kommen Sie zu dem weiteren Schluss, dass die Wasserspiegelabsenkung des Sees zusätzlich der hydraulische Gradient von Werra in den See erhöht hat, was zu einer Erhöhung des Zustroms von Werrawasser in den See geführt habe. Weiterhin schlussfolgern Sie „die zukünftige Entwicklung des Werratalsees nach einer Wasserspiegelanhebung ist schwer zu prognostizieren.“.
Frage: Können Sie eine Prognose abgeben, wie sich bei unveränderten Wasserständen bei Werra und See sich die theoretische Maßnahme einer salzlaugenfreien Werra auf den See auswirken könnte?

8. Auf Seite 34 und Pkt. 6.4.2 führen Sie aus: „Die bislang am Werratalsee durchgeführten Untersuchungen reichen für die Konzeption einer Eisen- und Nitratbehandlung nicht aus, da …..“
Frage: Wie schnell können erforderliche Untersuchungen, bei ca. welchen Kosten durchgeführt werden?

9. Der Phosphoranteil im Seewasser ist das größte Problem. In der Landwirtschaft wird mit ca. 45 kg/ha gedüngt. Allein im landwirtschaftlich genutzten Bereich von Grebendorf, Schwebda und Frieda verfügt man über 200 ha Nutzfläche und rechnerisch somit über 9.000kg Phosphat im Jahr. Der bislang kategorischen Ablehnung einen Zusammenhang mit der Landwirtschaft und Phosphoreinträge durch selbige in den Werratalsee kommt nun eine „vorsichtige“ Zustimmung, dass potentielle Nährstoffe aus östlicher Gemarkung den See belasten.
Frage: Wie schnell schätzen Sie, kann sich eine Aussetzung der phosphorhaltigen Düngung der landwirtschaftlich genutzten Fläche, nicht nur östlich des Sees positiv auf das Seewasser auswirken?

10. Wir widersprechen der in der Stellungnahme abgegebenen „Königsmaßnahme“ Wasserspiegelabsenkung der Werra.
Frage: Müsste man nach den vorliegenden Kenntnissen nicht eher zum Schluss kommen, dass als Königsmaßnahme ein Kompromiss geschlossen werden muss?:
1. Wasserspiegelanhebung des Sees um bis zu 50 cm ( diese Höhe war bis 2013 problemlos, aber unwissend real. Neue Wasserstandhöhe ist ohne hohe Kosten sehr schnell umsetzbar, RP sollte diesem „Test“ zustimmen.
2. Prüfen, ob Wasserstandabsenkung der Werra bis zu wieviel cm möglich ist, ohne dass das finanzielle negative Auswirkungen für die Stromerzeugung aus Wasserkraft nach sich zieht.
3. Ufervegetation beschneiden und zukünftig begrenzen
4. freiwillige Aussetzung der Düngung landwirtschaftlicher Flächen rund um den See mit einer Entfernung bis zu X Metern.
5. Planung und Bau einer Dammabsicherung zwischen Werra und Werratalsee (Kostenbeteiligung durch Gelder aus Hochwassersicherung und dem Werrawasserverschmutzer K+S)