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FWG Witzenhausen: Nicht nur einfach auf Windkraft setzen.

Rede zur Aufstellung des Teilregionalplanes Energie Nordhessen
der FWG-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Witzenhausen am 4. Mai 2015

Wir alle in diesem Haus sind gegen Strom aus Kernkraftwerken, aber deswegen sollte man doch nicht unkritisch und ohne reifliche Prüfung nur auf die Windkraft setzen.
Heute sollen wir die Aufstellung des Teilregionalplanes Energie Nordhessen (Standorte Windenergieanlagen) zustimmend zur Kenntnis nehmen.
Wir als FWG-Fraktion haben uns in der zurückliegenden Zeit auch mit den kritischen Argumenten der Wind-Energie-Anlagen auseinander gesetzt und möchten an dieser Stelle einige grundsätzliche Bedenken vorbringen:

1. Windräder zerstören die Harmonie einer Landschaft und verschlechtern die Lebensqualität der Anwohner. Hochspannungsmasten werden durch WEA nicht überflüssig, sondern oft sogar noch zusätzlich zur Netzanbindung nötig.

2. Berlepsch-Ellerode oder z.B. Berge-Neuerode werden als Weiler aufgeführt mit einem Mindestabstand von 600 m zu Wind-Energie-Anlagen statt 1000 m wie zu einem Dorf oder Stadtteil. Aber die Menschen in einem Weiler sind für uns nicht weniger schutzwürdig, deshalb möchten wir auch hier 1000 m Abstand vorgeschrieben wissen.

3. Drehende Rotoren von der Spannweite eines Jumbojets erzeugen eine ständige Unruhe, die viele Menschen ängstigt und belästigt.

4. In der Dunkelheit stören blinkende Flugsicherheitsleuchten die Nachtruhe der nah wohnenden Menschen.

5. Windräder machen Lärm, denn sie erzeugen rhythmische Dauergeräusche, die viele Menschen belasten.

6. Windräder erzeugen Infraschall. Wir können ihn nicht hören aber unser Körper fühlt ihn. Kopfschmerzen und verminderte Leistungsfähigkeit können für viele Menschen die Folge sein.

7. Bei Sonneneinstrahlung entsteht eine unerträgliche Licht-Schatten-Wirkung, der sog. „Disco-Effekt“, der manche Menschen belastet.

8. Sich ablösende Eisbrocken fliegen unkontrolliert über Hunderte von Metern und können Schaden anrichten.

9. Flügelbrände durch Blitzeinschlag sind eine Feuergefahr für die umliegenden Felder und Wälder.

10. Grundstücke in der Nähe von Windrädern verlieren erheblich an Wert. Mit finanziellen Einbußen von bis zu 30% ist zu rechnen. Das würde nicht wenige Menschen im Witzenhäuser Bereich betreffen.

11. Der Tourismus wird nachhaltig beeinträchtigt. Welcher Besucher hat schon Lust, in einer von Windrädern zerfledderten Landschaft Urlaub zu machen? Der Erholungswert unserer Region und damit das Fremdenverkehrsaufkommen sinken durch Wind-Energie-Anlagen.

12. Durch den Bau von Windrädern im Wald muss im Wald zwangsweise Platz geschaffen werden. Dadurch wird der Lebensraum vieler Tiere zerstört bzw. beeinträchtigt. Es werden große Naturflächen durch den Bau von Wind Energie Anlagen dauerhaft versiegelt, gewaltige Betonfundamente und große Straßen müssen durch unsere Wälder gebaut werden, wenn die Anlagen dort errichtet werden sollen.

13. Die zusätzlichen Einnahmen der Betreiber und Kommunen entstehen nur zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger, zurzeit pro Haushalt 300 Euro zusätzlich im Jahr.

14. Windstrom ist nicht grundlastfähig. Daher müssen weiter Kohle- und Gaskraftwerke betrieben werden, deren Anfahren und Runterfahren mehr Umweltbelastungen mit sich bringen als ein kontinuierliches Durchlaufen.

15. Hinzu kommt, dass durch den gesetzlich geregelten Immissionshandel überhaupt kein CO-2 eingespart wird, sondern eingesparte Rechte zur Umweltbelastung lediglich an andere Betreiber anderer Sparten verkauft werden und so de facto gar kein CO-2 eingespart wird.

16. Bei Überproduktionen der Windkraft werden die erzeugten Strommengen an andere Länder verschenkt und es wird oft sogar noch Geld dazu gegeben, damit der Strom überhaupt abgenommen wird. Geld, das unsere Bürger mit ihren Strompreisen bezahlen.

17. Nennleistungen von Windrädern sind nur Maximalleistungen, sodass die angegebenen Leistungen nur selten erreicht werden. Insgesamt werden trotz dieses immensen Aufwandes nur 1,3 % der Gesamtstrommenge Deutschlands durch Windkraft erzeugt, für das Weltklima ist dieser Anteil leider vollkommen unbedeutend.

18. Vögel und Fledermäuse werden zu Schlagopfern, und gerade in unserer Gegend ziehen viele Zugvögel durch und seltene Vogelarten sind noch bei uns heimisch.

19. Die Entsorgung der abgebauten Rotorblätter wird sogar als Sondermüll eingestuft.

Es gibt sicherlich noch weitere Argumente gegen Wind-Energie-Anlagen, und für den ein oder anderen sind sie mehr oder weniger gewichtig. Aber sollten wir bedenkenlos diesen politisch gewollten Schritt gehen, der doch im Verhältnis zum Aufwand zu wenig bringt?

Wir von der FWG meinen: Nein.

Solange es keine besseren Alternativen zur bestehenden Windtechnik gibt und keine besseren Speichermöglichkeiten für Windstrom entwickelt werden, lehnen wir den Teilregionalplan und die Wind-Energie-Anlagen ab.